Zusammenfassende Geschichte des Zisterzienserklosters Vyšší Brod/Hohenfurth

Die
Zieserzienserabteien Vyšší Brod (Hohenfurth) a Osek (Ossegg) in Böhmen sind die letzten
jener zahlreichen Zisterzienserklöster, welche in den sogenannten historischen
Ländern des heutigem Tschechiens, also in Böhmen und Mähren, einst
bestanden haben und deren Wirken aus der Geschichte dieser Länder nicht
wegzudenken ist. Nach dem Gründungsdatum geordnet gab es in Böhmen
und Mähren folgende Zisterzienser Männerklöster:
Sedlec (Sedlez) 1143, Plasy (Plass) 1145, Nepomuk 1145, Svaté Pole (Heiligenfeld,
Sacer Campus) 1157, Mnichovo Hradiště (Münchengrätz) 1177, Osek (Osegg)
1194, Velehrad (Welehrad) 1205, Žďár (Saar, Fons S. Mariae) 1240, Vyšší
Brod (Hohenfurth) 1259, Vizovice (Wisowitz, Rosa Mariae) 1261, Zlatá
koruna (Goldenkron, Sancta Spinea Corona) 1263, Zbraslav (Königsaal, Aula
Regia) 1292 und Skalice (Skalitz) 1337.
Von
diesen 13 Männerklöstern waren 10 in Böhmen und 3, nämlich
Welehrad, Saar und Wisowitz, in Mähren. Vier dieser Klöster
gingen schon in den Hussitenkriegen oder im Gefolge der in diesen Kriegen erlittenen
Zerstörungen zugrunde: Heiligenfeld, Münchengrätz, Nepomuk und
Wisowitz. Sieben der Klöster gingen im Josephinischen Klostersturm
unter, der in Böhmen und Mähren besonders heftig tobte: nämlich
Sedletz, Golderkron,
Königsaal, Plass, Saar, Skalitz und Welehrad. Damit blieb im tschechischen
Siedlungsgebiet kein einziges Mönchkloster erhalten (alle Benediktiner,
Kartäuser und Einsiedler sind damals schlechthin aufgehoben). Die beiden
letzten Klöster des Zisterzienserordens, Osegg und Hohenfurth, wurden von
der kommunistischen Regierung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik
aufgehoben, nachdem Hohenfurth schon im Jahre 1941, während der Zugehörigkeit der
Tschechei
zum dritten Reich, für die Dauer des 2. Weltkrieges aufgehoben gewesen
war. An
der Moldau lagen seinerzeit drei Zisterzienserklöster:
Hohenfurth
and der oberen Moldau, Goldenkron and der mittleren Moldau zwischen Krummau
und Budweis, ungefähr an der damaligen Sprachgrenze gelegen, und Königsaal
and der unteren Moldau, einige Kilometer vor Prag. Hohenfurth, die südlichste
Siedlung Tschechiens, seit 1870 mit Stadtrecht, bis zur Vertreibung der Deutschen
mit ungefähr 2.500 Einwohnern, liegt nur wenige Kilometer von der oberösterreichischen
Grenze entfernt. Es ist zugleich die letzte Pfarrei an der Grenze, während
jenseits der Grenze Pfarrei und Markt Bad Leonfelden liegt, seit jeher von den
Zisterziensern von Wilhering betreut. Halb verborgen in einem flachen
Talkessel, umgeben von den Bergen des südlichen Böhmerwaldes, die
dort bis ungefähr 1000 m ansteigen, liegt die Stadt und etwas davon getrennt
flußaufwärts auf einem niedrigen Felsvorsprung das Kloster Hohenfurth
am Südufer der Moldau, bevor diese, von Nordwesten aus den Bergen udn Wäldern
des Böhmenwaldes kommend, ihren Lauf §ndert, um dann geradewegs nach
Norden mitten durch Böhmen hindurch zu fließen.
Gründung des Klosters Hohenfurth
Das
Kloster Hohenfurth wurde 1259 gegründet, und zwar von Wok von Rosenberg
aus dem in der frühen Geschichte Böhmens so berühmten und mächtigen
Geschlecht der Wittigonen. Burg und Städtchen Rosenberg liegen wenige
Kilometer flußabwärts von Hohenfurth an der Moldau. Die nähere
Veranlassung der Gründung des Klosters Hohenfurth ist wie bei vielen alten
Klöstern in das Dunkel der Vergangenheit gehüllt.
Eine alte
Volkssage erzählt, daß Wok, Landesmarschall von Böhmen,
eines Tages nach Hohenfurth geritten kam, wo er bei einer Kapelle an der Stelle
des heutigen St. Anna-Kirchleins (auf dem späterem Klosterfriedhof) seine
Andacht verrichten wollte. Dabei mußte er die Moldau durchreiten,
denn in der Nähe führte eine Furt durch den Fluß, wie der Name
Hohenfurth besagt. Da der Fluß gerade Hochwasser führte, geriet
Peter Wok in Lebensgefahr und gelobte, an der Stelle des Kirchleins ein Kloster
zu gründen, wenn er dem Tode entginge. In den alten Urkunden des
Klosters findet sich allerdings kein Hinweis auf einen geschichtlichen Kern
dieser Sage. Nur ein großes, jedoch aus späterer Zeit stammendes
Gemälde an der Epistelseite des Presbyteriums der Klosterkirche stellt
dieses Ereignis im Bilde dar, während auf der gegenüberliegenden Seite
des Presbyteriums ein entschprechendes Gemälde die Gründung des Klosters
Hohenfurth und die Übergabe der neuen Gründung durch den Stifter an
die ersten, aus Wilhering an der Donau oberhalb von Linz kommenden Mönche
zeigt. Eine sehr alte, undatierte Urkunde berichtet jedenfalls, daß
Peter Wok von Rosenberg zu seinem und seiner Verwandten Seelenheil ein Kloster
gründen und dem Zisterzienserorden übergeben wollte. Er wandte
sich deshalb an den Abt von Citeaux als Generalobern des Zisterzienserordens
mit der Bitte, das neu zu gründende Klostermit Mönchen aus dem Kloster
Wilhering besiedeln zu lassen. Wilhering seinerseits wurde im Jahre 1146
zuerst von Mönchen aus der Abtei Rein besiedelt. Diese Abstammungslinie
verläuft also von Rein über Ebrach (Erzdiözese Ebrach) nach Morimond,
der vierten Tochter von Citeaux.

Laut
Urkunde vom 23. mai 1259 bestätigte Bischof Johann III. von Prag die von
Peter von Rosenberg den Zisterziensern gemachte Schenkung samt dem Patronatsrecht
über die Kirchen von Rosenthal und Priethal. Laut Urkunde vom 1.
Juni deselben Jahres erteilte er dem ersten Kirchlein des Klosters die Benediktion
und bestätigte zugleich alle jene Bestizungen, Einkünfte und Rechte,
welche Peter Wok von Eosenberg dem Kloster gemacht hatte. Der 1. Juni
1259 gilt deshalb seit altersher als der Gründungstag des Klosters Hohenfurth.
In dieser Urkunde vom 1. Juni 1259 wird auch der Ort Hohenfurth mit eigener
Kirche erwähnt, der also damals schon existierte, möglicherweise als
Grenzwachtsiedlung an dem Saumpfad, der von Linz a.d. Donau durch den Haselgraben
über den Paß von Hohenfurth an die Moldaufurt und dann weiter ins
Landesinnere führte. Spätere Schenkungen des Gründergeschlechtes
folgten. Durch die abgelegene Lage in den riesigen Wäldern des böhmischen
Grenzwaldes war das Kolster Hohenfurth mehr geschützt und verschont von
mancher Kriegsnot, die anderen Klöstern, so vor allem im 15. Jahrhundert
während der Hussitenkriege, zum Verderben gereichte. Ob und inwiewiet
auch das Kloster Hohenfurth in den Hussitenkriegen zu leiden hatte, ist bis
heute ungeklärt. Die zeitgenössischen Quellen widersprechen
sich diesbezüglich oder sind unklar. Janauschek (Ordenshistoriker
des 19. Jhs.) schreibt, daß Hohenfurth als einziges Zisterzienserkloster
Böhmens von den Hussiten verschont geblieben sei. Auch die alte Klostertradition
von Hohenfurth weiß nichts von einem Hussitenüberfall. Es scheit
jedoch, daß die Hussiten im Jahre 1422 bis Hohenfurth vordrangen und den
offenen Ort einäscherten. Das Kloster war damals schon durch eine
Befestigungsmauer mit Wehrtürmen geschützt, wie si teolweise bis heute
erhalten ist. Vermutlich haben die Hussiten versucht, auch das Kloster
anzuzünden, konnten jedoch nur die Dächer, vor allem der Klosterkirche,
in Brand setzen. Der Konvent des Klosters fand in besonders gafährlichen
Situationen des Krieges Zuflucht in der festen Stadt Krummau. Schwere
Schäden erlitten dagegen die Stiftsgüter und die Patronatskirchen,
von denen einige zerstört wurden und in der zweiten Hälfte des 15.
Jahrhunderts wieder erbaut werden mußten.

Dem
Klosterurbar vom Jahr 1530 nach umfaßte die Klosterherrschaft Hohenfurth
zu jener Zeit 2 Märkte (Hohenfurth und Höritz, später bekannt
durch die Passionsspiele) und besaß Untertanen in 108 Dörfern. Die
Summe aller Untertanen betrug 900, die meisten in der Umgebung von Hohenfurth
bis hinein gegen Krummau und teilweise auch in der Umgebung von Budweis. Es
besaß damit einen mäßigen Grundbesitz, vor allem im Vergleich
mit zu königlichen Stiftung Goldenkron, das in seinen besten Zeiten einen
Grundbesitz von über 800 Quadratkilometern hatte, also mehr als so manches
deutsche Duodezfürstentum. Als sich in der zweiten Hälfte des
16. Jahrhunderts der Protestantismus auch in Böhmen sehr ausbreitete, fand
er bei den Hohenfurther Klosteruntertanen verhältnismäßig wenig
Anhang. Immerhin war die Folge des sinkenden Glaubenslebens der Mangel
an Seelsorgegeistlichen, so daß wir gegen Ende des 16. Jahrhunderts zum
ersten Mal hören, daß ein Mönch des Klosters als Seelsorger
auf eine Patronatspfarrei kam, während bis dahin immer Weltgeistliche die
Seelsorge versehen hatten. Der Priestermangel verstärkte sich im
Laufe der Zeit derart, daß diese Ausnahme zur Regel wurde und allmählich,
besonders seit dem Dreißigjährigen Krieg, alle Patronatspfarreien
dauernd mit Klosterpriestern besetzt werden mußten, eine Entwicklung,
die ja auch anderswo ähnlich verlief.
Dreißigjährige Krieg
Im
Kloster selbst war die Zahl der
Mönche niemals so groß wie in manchen großen
Abteien, von denen berichtet wird, daß sie in ihrer Blütezeit
an die 100 Chormönche und an die 300 Laienbrüder hatten. Im
Chor waren Stallen fiir 42 Chormönche vorhanden. Als im Jahre
1616 der Generalabt Nikolaus Boucherat von Citeaux in Hohenfurth
Visitation hielt, zählte der Konvent nur 14 Professen, 1 Novizen
und 3 Laienbrüder; 6 weitere Professen waren in auswärtigen
Stellun-gen. Das war allerdings knapp vor dem Dreißigjährigen
Krieg, der, obwohl sich das große Kriegsgeschehen weit entfernt
abspielte, doch fiir das Stift, seine Bewohner und Untertanen eine
schwere Zeit war, in welcher, wie uns die Chronisten berichten,
militärische Lieferungen, Einquartierungen, Raub und
Plünderungen kein Ende nahmen.
Im Jahre 1636 zählte man
bereits 77 verödete Bauerngehöfte auf dem Stiftsgebiet und
es wurden derer immer mehr. Das Stift selber hatteeine hohe
Schuldenlast. Im Jahre 1648, gegen Ende des Krieges, kamen
schwedische Kriegsscharen bis nach Südböhmen und drangen
sogar bis Hohenfurth vor. Während des Krieges war der Konvent
zeitweise ganz oder zum Teil in anderen Klöstern untergebracht,
nicht nur wegen der Kriegsgefahr, sondern auch, weil das Kloster zu
Zeiten nicht in der Lage war, den ganzen Konvent zu erhalten. Doch
gab es zwischendurch auch ruhige Zeiten, in denen sich das Stift von
den Kriegsschaden etwas erholen konnte, vor allem dann unter dem
tüchtigen, aus der Lausitz stammenden Abt Georg III.
Wendschuh, Ritter von Zdir (1641-1668). Er war einer der
markantesten Abtsgestalten in der Äbteserie von Hohenfurth, der
zudem auch wissenschaftlich tätig war. Sein Hauptwerk sind die
neun Foliobände umfassenden „Acta Altovadensia".
Bemerkenswert ist, daß im Dreißigjährigen Krieg, im
Gegensatz zu den Hussitenkriegen, kein einziges der
böhmisch-mährischen Zisterzienserklöster unterging. Im
Jahre 1627 erhielten die Ábte
von Goldenkron und Hohenfurthals infulierte Prálaten Sitz und
Stimme im böhmischen Landtag. Unter dem Abt Johann IV.
Clavey (1669-1687), einem Elsässer, erreichte das
Kloster den ungewóhnlich hohen Mitgliederstand von 58
Mönchen. Deshalb baute der Abt im Jahre 1671 das
derzeitige Konventgebäude sowie - entgegen dem ursprünglichen
Ordensverbot - den ersten Turm der Klosterkirche.
Die Josephinischen Klosteraufhebungen
Unter
dem Abt Hermann Kurz (1767-1797) kam es auch in Böhmen und
Mähren zu den
Klosteraufhebungen durch Kaiser Jo-seph II. Das
Ende auch vom Kloster Hohenfurth schien nahe. Im Jahre 1786 wurde der
Abt Hermann Kurz seines Amtes enthoben und auf den stiftseigenen
Fischerhof verwiesen. Das Kloster wurde auf den Aussterbe-Etat
gesetzt. Es zählte damals 65 Mitglieder, nun wurden bloß
18 erlaubt und die Aufnahme von Novizen verboten. Das Kloster bekam
einen Chorherren aus Wittingau als Kommendatarabt. Der Stiftsbesitz
wurde teilweise aufgeteilt und verpachtet. Im Jahre 1789 wurde jedoch
durch kaiserliche Verfügung die Absetzung des Abtes rückgängig
gemacht und 1790 wurden ihm alle Rechte wieder zuerkannt. So entging
das Kloster, wenn auch mit empfindlichen Verlusten, der Aufhebung. Es
blieb aber die Verpflichtung, unentgeltlich vier, später fünf
Professoren für die philosophische Lehranstalt, später das
deutsche Gymnasium, in Budweis zu stellen, oder pro Professor
jahrlich 300 fl zu zahlen, was zuerst vom Kloster vorgezogen wurde.
Als im Jahre 1815 die Lehranstalt im Kloster aufgehoben wurde, konnte
es für Budweis die Lehrkräfte stellen, welche Verpflichtung
erst in der ersten tschechoslowakischen Republik (1921) entfiel.
Das Kloster Hohenfurth mit eigener Patrimonialgerichtsbarkeit
Im
Jahre 1822 gelang dem heiligmäßigem Abt Isidor Teutschmann
(1801—1827), dem letzten der aus der Lausitz stammenden
Hohenfurther Äbte, endlich die Befreiung und Loslösung des
Stiftes und seiner Besitzungen aus dem Herrschaftsbereich
des Herzogtums Krummau, in welchem es nach dem Aussterben der Rosenberger
(1611) gekommen war, was aber immer wieder zu Unstimmigkeiten und Streit zwischen
der weltlichen Herrschaft und dem Kloster geführt hatte. Dadurch erhielt das Kloster ein selbständiges
Herrschaftsgebiet mit eigener Patrimonialgerichtsbarkeit; ein
Zustand, der allerdings nur bis zur Grundentlastung im Jahre 1848
andauerte und Bedeutung hatte.
Das wissenschaftliche Leben des Klosters im 19. Jahrhundert
Unter
der Regierungszeit von Abt Isidor Teutschmann und ganz allgemein
dann im 19. Jahrhundert erlebte das Kloster eine wissenschaftliche
Blütezeit. Unter den vielen Namen, die genannt werden konnten, seien
hier nur zwei hervorgehoben: P. Maximilian Millauer, der eine Reihe
theologischer und historischer Werke verfaßte, an der Prager
Universität dozierte und
dortselbst auch Rector magnificus wurde (1834). Aus späterer
Zeit ist besonders P. Siegfried Kühweg zu nennen, aus dessen
handschriftlichem Nachlaß vor allem der „Codex diplomaticus
monasterii Altovadensis 1259—1844" zu erwähnen ist; es
ist im wesentlichen das später von Mathias Pangerl
veröffentlichte „Urkundenbuch des Zisterzienserstiftes B.
Mariae Virginis zu Hohenfurth in Böhmen" (Band XXIII
der „Fontes rerum austriacarum", Wien 1865).
Leopold Wackarž, Abt von Vyssi Brod/Hohenfurth (1867-1901) und Generalabt des Zisterzienserordens (1891-1900)
Nicht
nur seine außergewöhnlich
lange Regierungszeit, sondern auch seine besonderen Fähigkeiten
und Tätigkeiten machen ihn zum wohl größten Abt des
Klosters Hohenfurth. Er stammte aus Oberplan, dem Geburtsort Adalbert
Stifters. Seine rege bauliche Tätigkeit, die sich auf das
Kloster und dessen Besitz, vor allem die inkorporierten Pfarreien erstreckte,
im einzelnen zu erwähnen,
würde zu weit führen. Im Jahre 1859 war die
österreichisch-ungarische Ordenskongregation gegründet
worden, welche sämtliche Zisterzienserklöster der
Monarchie umfaßte. Von 1875-1890 war Abt Leopold Wackarž dessen
Generalvikar. Im Jahre 1891 wurde er, bereits im 82. Lebensjahr
stehend, zum Generalabt des gesamten Zisterzienserordens gewählt,
das heißt also auch der Trappistenklöster, welche sich während
seiner Regierungszeit als selbständiger Orden konstituierten.
Beim Generalkapitel 1900 legte er sein Amt als Generalabt nieder. Als
er am 13. Dezember 1901 starb, hatte er, soweit Aufzeichnungen
reichen, das höchste Alter unter den Hohenfurther Mönchen,
die längste Regierungszeit unter allen Äbten des
Stiftes und zugleich als einziger bis dahin die höchste Würde im
Orden erreicht. Letzteres traf nur noch einmal für einen
Hohenfurther Ordensmann zu: Dr. P. Matthäus Quatember, der
von 1950—1953 Generalabt des Ordens war.
Der Grundbesitz des Klosters Vyssi Brod/Hohenfurt vor einem Jahrhundert
Nach
den Angaben des Schematismus für den Großgrundbesitz in Böhmen
aus dem Jahre 1906 hatte das Stift Hohenfurth damals einen
Grundbesitz von 4.351,72 Hektar. Davon waren 697 Hektar Äcker,
712 Hektar Wiesen, 2.886 Hektar (also der überwiegende Teil) Wälder.
Der Katastral-Reinertrag betrug 29.656 Kronen, die Grundsteuer 7.792
Kronen. Dazu kam das Allodialgut Komarschitz bei Budweis mit 1.209,56
Hektar. Davon waren 321 Hektar Äcker, 147 Hektar Wiesen, 591
Hektar Wälder. Der Katastral-Reinertrag betrug 17.170 Kronen,
die Grundsteuer 3.898 Kronen. Zusammengenommen hatte also das Stift
Hohenfurth 1906 einen Grundbesitz von 5.561,28 Hektar mit einem
Katastral-Reinertrag von zusammen 46.826 Kronen bei einer Grundsteuer
von 11.690 Kronen. Zum Vergleich sei hier angegeben der Grundbesitz
des anderen Zisterzienserstiftes Osek am Fuß des Erzgebirges.
Dieses besaß zu gleicher Zeit 3.757 Hektar, davon 1.713 Hektar Äcker,
288 Hektar Wiesen und 1.593 Hektar Wálder. Der
Katastral-Reinertrag betrug 120.105 Kronen, die Grundsteuer 27.263
Kronen. Daraus ist ersichtlich, daß das Stift Hohenfurth zwar
flächenmäßig einen größeren Grundbesitz hatte,
aber ertragsmäßig, vor allem das Gebiet um Hohenfurth selbst,
infolge des rauhen Klimas und des wenig ertragreichen Bodens einen
wesentlich niedrigeren Katastral-Reinertrag aufwies als Osek. Als
nach dem 1. Weltkrieg die erste Tschechoslowakische Republik in den
deutschen Gebieten die sogenannte Bodenreform durchführte, verlor
das Kloster einen Teil seines Besitzes. Nach den Angaben des
tschechischen Schematismus für den Großgrundbesitz in Böhmen
aus dem Jahre 1933 besaß damals das Kloster Hohenfurth noch 4.990
Hektar, also ungefähr 571 Hektar weniger als 1906. Zu
beachten ist jedoch, daß durch die Bodenreform wesentlich mehr als
571 Hektar konfisziert worden waren, da das Stift zwischen 1906 und
1933 einigen Grundbesitz dazugekauft hatte.
Die inkorporierten Pfarreien
Dem
Stift Hohenfurth waren 16 Pfarreien inkorporiert: Hohenfurth/Vyšší Brod (mit
eigener in der Stadt gelegener Pfarrkirche), Rosenberg/Rožmberk, Oberhaid/Horní
Dvořiště,
Unterhaid/Dolní Dvořiště, Höritz/Hořice na Šumavě,
Rosenthal/Rožmitál na Šumavě, Deutsch-Reichenau/Rychnov u Nových
Hradů, Strobnitz/Stropnice, Umlowitz/Omlenice, Kapellen/Kapličky,
Payreschau/Boršov, Driesendorf/Střížov, Stritschitz/Strýčice, Heuraffl/Přední
Výtoň, Malsching/Malšín und
Priethal/Přídolí; ferner die Expositur Kienberg/Loučovice, der einzige Industrieort
(zwei große Papierfabriken). Payreschau und Driesendorf, bei
Budweis gelegen, waren überwiegend tschechisch, Stritschitz,
ebenfalls bei Budweis, überwiegend deutsch, die anderen Pfarreien
waren mehrheitlich deutsch. Vor allem für die Seelsorge in den tschechischen
Pfarreien hatte das Stift Hohenfurth auch immer einige
tschechische Mitbrüder in seinem Konvent. Der weitaus
überwiegende Teil der Stiftspriester in arbeitsfähigem Alter
befand sich demnach dauernd auf den Pfarreien, von denen allerdings
die meisten in der Nähe des Stiftes lagen und zum Dekanat
Hohenfurth gehörten. Für den ganzen Konvent hatte weder im
Konventgebäude noch auch in den Chorstallen der Platz
gereicht.
Der I. Weltkrieg und dessen Folgen
Abt
Bruno Pammer (1902-1924) war der vorletzte Abt des Klosters
Hohenfurth. In seine Regierungszeit fällt
der 1. Weltkrieg mit dem politischen Umsturz und der Gründung der
ersten tschechoslowakischen Republik. Abt Bruno Pammer war im Rahmen
der deutschen christlich-sozialen Bewegung politisch tätig,
was ihn der neuen Regierung wenig genehm machte. Seine besondere
Sorge galt dem Ordensnachwuchs, die auch seinem Nachfolger sehr am
Herzen lag und dazu führte, daß das Kloster Hohenfurth in den Jahren
vor dem 2. Weltkrieg den stärksten Konvent seiner Geschichte
aufwies.
In die Regierungszeit von Abt Bruno Pammer fällt
(1904) die Einleitung des elektrischen Lichtes in das Kloster aus
einem E-Werk, das auf Klosterboden errichtet wurde, sowie (1911) der
hauptsächlich vom Kloster betriebene und finanzierte Bau der
elektrischen Lokaleisenbahn, welche die Gegend an das Eisenbahnnetz
anschloß. Abt
Tecelin Jaksch (1925-1954; seit 1949 Administrator
von Stift Rein) war der 43. Abt des Klosters
Hohenfurth. Die großen Verdienste dieses schwer geprüften Abtes
waren neben seiner bereits erwähnten Sorge für den
Ordensnachwuchs die günstige Abwicklung der sogenannten Bodenreform
für das Kloster Hohenfurth. Ursprünglich unterlag der Großteil des
Stiftsbesitzes der Beschlagnahme durch den Staat. Ein Teil davon, vor
allem einige Hofe, ging dem Kloster verloren und wurde an tschechische
Besitzer bzw. Pächter vergeben. Ein weiteres Verdienst dieses
Abtes besteht in der Wiederbelebung des Konverseninstitutes, das fast
ausgestorben war und vor dem 2. Weltkrieg wieder neun Laienbrüder
zählte. Abt Tecelin entfaltete eine rege Bautätigkeit
sowohl im Kloster (Renovierung der Klosterkirche) als auch auf den
Pfarreien (an Kirchen und Pfarrhofen). In der schweren Zeit der
Weltwirtschaftskrise gab er damit Vielen Arbeit und Brot, wie
überhaupt das soziale und caritative Wirken des Klosters
besonders hervorzuheben ist. Die Folge war, daß die einheimische
Bevölkerung sich mit dem Kloster verbunden fühlte. Von den
führenden Parteigenossen in der Zeit des Dritten Reiches
waren die allerwenigsten Einheimische. Abt
Tecelin hatte auch den Plan, das Kloster Goldenkron zu neuem Leben zu
erwecken. Die großartige Klosterkirche war als Pfarrkirche gut
instandgehalten, aber die Klostergebäude,
besonders das Konventgebäude, waren in desolatem Zustand. In
den letzten Jahren vor dem 2. Weltkrieg und noch in der Zeit des
Krieges wurde im Kloster renoviert, so daß tatsächlich eine
baldige Wiederbesetzung möglich erschien.
Die sogennante böhmische Zisterzienserkongregation
Die
alte Ordenskongregation, welche die Zisterzienserklöster
von ganz Österreich-Ungarn umfaßte, war nach dem 1. Weltkrieg
dreigeteilt worden. Es entstanden daraus die österreichische
Kongregation vom Heiligsten Herzen Jesu, welche die Kloster des
restlichen Österreich umfaßte (außer Mehrerau und Stams); ferner die
ungarische Kongregation, welche die Klöster Ungarns umfaßte;
schließlich die Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens,
gegründet 23. 1. 1923, mit den beiden Männerklöstern
Osek und Hohenfurth; dazu das Frauenkloster Porta Coeli in
der Nähe von Tischnow bei Brünn und die
beiden Frauenkloster Marienthal und Marienstern in der Lausitz (Ost Deutschland), schließlich Allerslev in Dänemark,
von Porta Coeli aus nach dem 1. Weltkrieg gegründet, nach dem 2.
Weltkrieg nach Sostrup unter den Ortsbischof, ebenfalls in Dänemark, verlegt.
Die erste Aufhebung des Klosters Hohenfurth 1938-41
Während das Kloster bei der Bodenreform in der ersten Tschechoslowakischen Republik, nicht zuletzt durch das Verhandlungsgeschick von Abt Tecelin Jaksch, noch verhältnismäßig glimpflich davongekommen war, kam die Katastrophe, die erste Aufhebung des Klosters in seiner Geschichte, im Gefolge der Besetzung des Sudetenlandes durch das Dritte Reich. Politisch wurde das Gebiet, das heißt der deutsche Teil Südböhmens, dem damaligen Gau Oberdonau schrittweise angeschlossen, kirchlich der Diözese Linz als Generalvikariat Hohenfurth. Generalvikar wurde Dr. P. Dominik Kaindl, früher Theologieprofessor am Diözesanseminar in Budweis, gestorben im Jahre 1973 im Stift Heiligenkreuz. Anfangs Oktober 1938 begann der deutsche Einmarsch in den südlichen Böhmerwald. Bereits am 21. November 1938 wurde Abt Tecelin Jaksch wegen seiner loyalen Haltung gegenüber dem tschechoslowakischen Staat verhaftet und nach Linz, später nach Krummau ins Gefängnis gebracht. Dort wurde er zu einer Gefängnisstrafe von einem halben Jahr verurteilt. Er verbrachte die Zeit des Krieges im damaligen Protektorat Böhmen-Mähren, und zwar im Zisterzienserinnenkloster Porta Coeli - Tischnowitz. Für die Zeit seiner Abwesenheit wurde vom Konvent Dr. P. Dominik Kaindl, der zugleich Generalvikar für den deutschen Anteil der Diözese Budweis war, zum Abt-Koadjutor gewählt und von Rom bestätigt.
Bereits
im Januar 1939 übernahm ein vom Gau Oberdonau ernannter
Regierungskommissar die Verwaltung des Klosters, so daß von nun an
Abt-Koadjutor mit Konvent keinerlei Einfluß mehr auf das
wirtschaftliche Geschehen hatten. Im Zuge der Klosteraufhebungen im
Gau Oberdonau wurde auch das Kloster Hohenfurth am 17. April 1941 durch
die Gestapo von Linz aufgehoben, und zwar in einer Art und Weise, wie
sie für totalitäre
Regimes bezeichnend ist, mit Leibesvisitation, Kreuzverhör
usw. Die wenigen im Kloster damals noch anwesenden meist älteren
Klosterpriester wurden auf die einzelnen Stiftspfarreien verteilt. Im
Kloster durften während der Dauer des Krieges nur bleiben P.
Vinzenz Pils als Rentmeister für die Weiterführung der Buchführung
und P. Alois Martetschläger fiir die Weiterführung des
Gottesdienstes in der Klosterkirche; später, als diese gesperrt
wurde, in der kleinen Josefskirche, halbwegs zwischen Kloster und
Stadt. Das leere Konventgebäude diente zuerst als Unterkunft
für deutsche Umsiedler aus Bessarabien, gegen Ende des Krieges war
es Reserve-Lazarett der Wehrmacht.
Der Konvent von Vyssi Brod/Hohenfurth im Zweiten Weltkrieg und seine Gefallenen
Nach
dem letzten Katalog der böhmischen
Ordensprovinz, erschienen im Jahre 1940, zählte Hohenfurth
damals 53 Ordenspriester, 7 Kleriker und 9 Laienbrüder. Der
Konvent hatte also 69 Mitglieder und war damit einer der zahlenmäßig
stärksten des Ordens (jedenfalls soweit es einzelne Klöster
betrifft) und hatte in diesen Jahren den höchsten Personalstand
seiner fast 700jährigen Geschichte. Der Großteil des
Konvents war als Pfarrer oder Kaplane auf den Pfarreien tätig.
21 Patres, Kleriker und Laienbrúder wurden im Laufe des 2.
Weltkrieges zum Militär eingezogen. 10 davon fielen auf den
Kriegsschauplätzen (9 im Osten, 1 in Italien), nämlich 6
Patres, 3 Kleriker und 1 Laienbrüder. P. Engelbert Blochl ging
in Dachau an Hunger und Mißhandlungen zugrunde (gestorben zu
Allerheiligen 1942). Zum Vergleich sei das Kloster Ossegg erwähnt,
welches laut Ordenskatalog von 1940 einen Konvent von 31 Mann,
nämlich 30 Patres und 1 Kleriker hatte.
Die Vertreibung des Konventes nach 1945
Nach
der totalen Kapitulation im Mai 1945 bemühte sich Abt Tecelin
Jaksch sofort um eine Rückkehr in das Kloster Hohenfurth und um
Rückgabe des Klosters samt Besitz an den rechtmäßgen
Konvent, was ihm infolge seiner guten Beziehungen vor allem zu dem
ebenfalls zurückgekehrten Präsidenten Benesch sehr bald
gelang. Damit schien zunächst der Bestand des Klosters wieder
gesichert zu sein und alles wie früher weitergehen zu können.
Aber sehr bald zeigte sich, daß die Anfeindungen von seiten der
schon von Anfang an stark kommunistisch beeinfluBten Behörden
gegen das Kloster den nationalsozialistischen Verfolgungen in keiner
Weise nachstanden. Die Vertreibung der ansassigen deutschen
Bevölkerung mit dem Motto „Heim ins Reich" war in all
seiner Unmenschlichkeit inzwischen bereits angelaufen. Einige
Ordenspriester, die als Seelsorger auf den inkorporierten Pfarreien
waren, wurden gleich mit ihren Pfarrangehorigen ausgesiedelt. Anderen
gelang entweder die Flucht über die nahe österreichische
Grenze oder durch Vermittlung von Abt Tecelin bei den tschechischen
Behörden und von Abt-Präses Karl Braunstorfer von
Heiligenkreuz (dessen hier in Dankbarkeit gedacht werden soll) bei
den österreichischen Behörden die Übersiedlung in
österreichische Klöster. Infolge der österreichischen
Nachbarschaft waren ja bis zum 1. Weltkrieg die Verbindungen jeder,
auch verwandtschaftlicher Art nach Österreich, vor allem also nach Linz
und Wien, viel enger als die nach Budweis oder Prag. Auch
hatte der Zisterzienserorden in Österreich, im Gegensatz zu
Deutschland, eine ganze Reihe alter Stifte, welche die Hohenfurther
Mitbrüder bereitwillig aufnahmen und gut gebrauchen konnten.
So vor allem Heiligenkreuz, Rein, das damals ohne Abt war und wegen
seines Personalmangels die meisten Hohenfurther Mitbrüder
erhielt, ferner Lilienfeld, Zwettl und schließlich auch Wilhering,
das Mutterkloster von Hohenfurth.
Die zweite Aufhebung des Klosters Vyssi Brod/Hohenfurth
Im
Kloster Hohenfurth blieben, bis auf weiteres, nur Abt Tecelin Jaksch
zurück sowie zwei
tschechische und fünf ältere deutsche Mitbrüder. Abt Tecelin
hoffte, mit diesen und einigen Neueingetretenen, welche er von
überallher zu bekommen trachtete, einen neuen tschechischen Konvent
aufbauen zu können. Doch die Lage des Klosters und seines kleinen
Restkonventes wurde immer unhaltbarer. Es gab Hausdurchsuchungen,
Vorladungen, Drohungen. Nach der kommunistischen Machtergreifung im
Februar 1948 kam es am 4. Mai 1950 zum zweiten Mal innerhalb von
neun Jahren zur Aufhebung des Klosters Hohenfurth. Die letzten
deutschen Mitbrüder mußten schon früher Hohenfurth, in
Richtung Österreich, verlassen. Am 26. Juli 1948 überschritt auch
der letzte Abt Tecelin Jaksch die böhmisch-österreichische
Grenze und ging zuerst in das Kloster Zwettl. Im Kloster Hohenfurth waren
zuletzt nur noch die beiden tschechischen Mitbrüder, drei Kleriker,
ein Novize und ein Laienbruder, die nach der Aufhebung nun auch das
Kloster verlassen mußten. Im Kloster waren, soweit bekannt, zunächst
die Kaserne der Tschechoslowakischen Armee, dann jahrelang Grenzschutztruppen für die Bewachung der mit Drahtverhau
und Wachtürmen versehenen Grenze einquartiert. Nachdem
inzwischen weiter landeinwärts eigene Kasernen gebaut wurden,
standen die Konventgebäude leer.
Der Versuch einer Neugründung und die Union der Konvente Rein und Hohenfurth
Abt
Tecelin Jaksch war am 20. November 1949 zum Apostolischen
Administrator von Rein
ernannt worden. Er starb dortselbst am 23. Mai 1954, also an seinem
Namenstag, der auch sein Erwählungstag als Abt von Hohenfurth
im Jahre 1925 war. Nach seinem Tod versuchte P. Nikolaus Lonsing,
letzter Pfarrer und Dekan von Hohenfurth, als "Prior regens" des
verwaisten Konventes in Deutschland eine Neugründung, und zwar in
dem alten Kapuzinerkloster Schillingsfürst in
Mittelfranken, Erzdiözese
Bamberg. Einige Mitbriider folgten ihm dorthin. Es erwies sich jedoch
bald, daß es dort keine Möglichkeit einer Entfaltung und Entwicklung
gab. So wurde die Neugründung im Januar 1959 wieder aufgehoben und
die Mitbrüder kehrten nach Rein zurück. Auch wenn vielleicht gleich
nach dem Krieg eine Neugründung leichter möglich gewesen wäre,
so war es nunmehr aus verschiedenen Gründen dafür zu spät.
Das Generalkapitel des Zisterzienserordens von 1958 schlug eine
Vereinigung der Konvente von Rein und Hohenfurth vor, womit beiden
Konventen geholfen wäre. Beide Konvente gingen darauf ein und
am 7. Oktober 1959 kam eine diesbezügliche Vereinbarung zustande,
700 Jahre nach der Gründung des Klosters Hohenfurth. Seitdem
führte das Kloster Rein die Bezeichnung Stift Rein-Hohenfurth und
übernahm damit die Verpflichtung, im Falle der Möglichkeit das
Kloster Hohenfurth wieder zu besiedeln. So wurden die beiden Klöster
Hohenfurth und Rein in besonderer Weise miteinander verbunden: von
ihrem Beginn her durch die Gründung von Hohenfurth über Wilhering
und Rein und später dadurch, daß der letzte Abt von
Hohenfurth Apostolischer Administrator von Rein wurde und
die letzten Mönche von Hohenfurth sich mit Rein zum Konvent
von Rein-Hohenfurth vereinigten. Inzwischen ist durch weitere
Sterbefälle die Zahl der ursprünglichen Konventsmitglieder
von Kloster Hohenfurth im Jahre 1977 auf 9 zurückgegangen, 8
Priester und 1 Laienbruder.
Die Erneuerung des Klosterlebens in Hohenfuth

Gott ist allerdings
der Herr der Geschichte. Im Jahr 1990, nach der politischen Wende
in Tschechoslowakei, konnten die zwei letzen Hohenfurther Patres aus Tchechien
- P.
Xaver und P. Ivo - ins Kloster zurückkehren und das Ordensleben allmählich neu
beginnen.
Damals
lebten in Rein noch P. Maurus, in Lilienfeld P. Paulinus und in Bayern Kanisius und P. Frowin.
SIe konnten aus Alters- und Gesundheitsgründen allerdings nicht zurückkehren
und bald ihr Leben kam zu einem Ende.
Der neue Anfang war allerdings sehr eingenartig und abenteuerlich. Es
konnte keine vollständige Kommunität von Mönchen das Kloster
besiedeln, die eigene Zisterzienserkongregation blieb gelähmt und ohne
Wirkung und die heutige tschechische Regierung hat keine Interesse am Klosterleben
und eher die Ordenleute ökonomisch unterdrückt. Dennoch konnte im
Jahr 1998 eine junge kleine Mönchgemeinschaft das 800-jährige Jubiläum
des Zisterzienserordens feiern.
Diese Kommunität kämpft weiter um das treue Klosterleben in Hohenfurth und sucht Wege, es zu stärken. Diese Erneurung des Klosterlebens wurde und wird durch die materielle Hilfe aus Österreich wesentlich erleichtert. Letzlich vor Gott es nicht das Bestehen der Klostergebäude und das rechtliche Wesen des Klosters das wichtigste, sondern wieviel wird das Leben der Mönche zu Heiligkeit und Lobe Gottes führen.
Empfohlene Literatur:
Eberl, Immo: Die Zisterzienser: Geschichte eines europäischen Ordens/Immo Eberl - Stuttgart: Thorbecke 2002.